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UltraRunners-Laufberichte

Mittelrhein Marathon, 06.06.2009

Von Claudia Kümper

Gemäß dem Ultrarunner-Motto „ultraviel Spaß beim Laufen“ (für mich nach wie vor auch „ultralangsam“) erlebte ich den diesjährigen Mittelrhein Marathon.

Ziemlich spontan entschloss ich mich, Tatjanas Geburtstagsfeier mit Franks Idee, am Abend zuvor den Marathon zu laufen, zu verbinden. Der Hamburg Marathon lag erst 6 Wochen zurück und ich hatte noch nicht wieder mit dem ambitionierten Laufen angefangen, eher nur so ein paar Runden zum Spaß gedreht. Doch „Spaß“ war auch der Grundgedanke dieses Laufes, und als ich hörte, dass auch Iris und Oliver sich meinem langsamen Lauftempo anpassen wollten, freute ich mich umso mehr. Von den Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke hatte ich schon gehört und gelesen und unkte vorher noch herum, dass wir passend zur Loreley ja „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ singen könnten. Da wusste ich noch nicht, dass es mit dem Gesang unterwegs Wirklichkeit werden würde!

Auf der Marathonmesse erstanden wir unsere Second-Hand- und nachgemeldete Startnummern, T-Shirts und weitere Unterlagen, schauten die Stände an und kamen mit einigen Leuten auch länger ins Gespräch. Diese Einstimmung auf den nächsten Tag war wieder einmal toll.

Mittelrhein Marathon

Samstag regnete es den ganzen Tag, so versammelten sich Scharen von Läufern in der trockenen und warmen Halle des Koblenzer Bahnhofs, um auf die Abfahrt des Zuges nach Oberwesel zu warten. Unterwegs war es kuschelig eng und sehr (!) warm, denn die Sitzplätze reichten nicht annähernd aus. In Oberwesel riss der Himmel auf und es blieb den Rest des Abends trocken.

Mittelrhein Marathon

Bei angenehmen Temperaturen starteten wir entlang des Rheinufers, immer als Vierergruppe nebeneinander mit viel Unterhaltung und für mich zunächst auch noch ganz locker. Um uns herum war es eher ein stiller Lauf, denn nur in den wenigen Orten, durch die wir kamen, stand Publikum am Straßenrand.

Mittelrhein Marathon

Als meine Beine langsam schwerer wurden und mir – im Gegensatz zu meinen Mitläufern – die Anstrengung schon im Gesicht stand, begannen Frank, Iris und Oliver zu singen. Ich staunte über das große Repertoire (Schlagermusik der vergangenen Jahrzehnte) und die Textsicherheit – und um uns herum sah ich ebenfalls jede Menge erstaunt Gesichter! So eine freudige, offensichtlich noch nicht ausgelastete Läufergruppe hatten sowohl die Mitläufer als auch die Menschen am Straßenrand zuvor nicht erlebt. Der Gesang trug mich über die nächsten Kilometer, auch wenn er nicht bewirkte, dass ich schneller wurde.

Mittelrhein Marathon

Es dämmerte schon, als wir endlich das Ziel am Deutschen Eck erreichten, aber auf diese Weise kamen wir richtig in den Genuss der Fackeln, die den Zieleinlauf säumten. Hand in Hand liefen wir über die Ziellinie. Es war superstimmungsvoll! Mit 4:30 Stunden blieb ich zwar etwas hinter meinen Zeiten zurück, doch das tat der Freude keinen Abbruch, an diesem Abend zählte nur der Spaß!

Um Mitternacht stießen wir auf Tatjanas neues Lebensjahr (und ein bisschen auch auf den Lauf) an. Es war ein schöner Auftakt in einen ganz besonderen Tag.

Mittelrhein Marathon